Schneesichere Pistensause

Wer trotz Klimaerwärmung nicht auf wintersportliche Freuden verzichten will, dem bleibt nichts anderes als ein Ausweichen ins alpine Hochgebirge.

Wintersportorte mit schneesicheren Pisten in Höhen von zwei-, drei- und viertausend Metern sind nun aber im allgemeinen nicht für ihre studentenfreundlichen Preise bekannt. Eine erfreuliche Ausnahme bietet hier jedoch das südfranzösische Skigebiet von Les Deux Alpes (auch „Les2Alpes“). mit 220 Pistenkilometern gehört es durchaus zu den großen Skigebieten der Alpen.

Anders als vergleichbare Gebiete ist es jedoch nicht so bekannt und auch nicht ganz so teuer, obwohl es mit Pisten vom Gletscher auf 3600 Meter bis zum Ort auf 1600 Meter selbst in wärmsten Wintern schneesicher ist. Zwar lockt Les2Alpes nicht gerade mit Luxusunterkünften, doch die günstigen Appartements mit eigener Küche im besseren Jugendherbergsstil sind zum Schlafen ausreichend und unschlagbar günstig. Schließlich will man den Tag ja auf der Piste und nicht im Zimmer verbringen. Die Kombination aus günstigen, einfachen Unterkünften und schneesicheren Pisten lockt dann auch vor allem ein junges Publikum an. Kaum einer der Gäste ist hier über 30 Jahre.

Der Ort Les2Alpes selbst ist keine Schönheit. Schon in den 50er Jahren aus zwei abgelegenen Bauerndörfern entstanden, ist er ein reiner Wintersportort. Wie eine Perlenkette ziehen sich die Häuser entlang der Hauptstraße durch das Tal. Und alles, wirklich alles, dreht sich um das Vergnügen im Schnee. Ski- und Snowboardverleiher, Sportausrüstungsgeschäfte, Hotels, Restaurants und kitschige Souvenirläden so weit das Auge reicht. Dabei hat bei der Errichtung der Häuser offenbar niemand ein Gesamtkonzept verfolgt und der Ort wirkt wie ein Puzzle der verschiedensten Baustile und -formen.

Doch es sind ja nicht die Bauwerke, die einen nach Les2Alpes verschlagen, sondern der Schnee. Und davon gibt es, trotz des milden Winters, immer noch reichlich. Die Lifte bringen einen direkt vom Ortszentrum auf die Piste. Zwar kann die Auffahrt zum Gletscher mehr als eine Stunde dauern, doch packt einen schon nach den ersten paar hundert Höhenmetern die Vorfreude. Ist der Höhenzug, der vom Dorf aus die Sicht auf die Pisten versperrt, erst einmal vom Lift überwunden, tut sich eine gewaltige weiße Landschaft vor einem auf – ein Anblick der bei der ersten Auffahrt den Urlaub erst richtig beginnen läßt.

Das weitläufige Wintersportgebiet bietet für jeden die richtige Piste. Von grünen Anfängerpisten, die vormittags von Scharen von Skischülern und anderen Anfängern belagert werden, bis hin zu halsbrecherischen schwarzen Pisten, die selbst eingefleischten Profis den nötigen Respekt abverlangen, ist tatsächlich alles vertreten.

Auch die Betreuung auf und um die Pisten ist gut. Neben dem üblichen Pistenpersonal und (Groß-)Restaurants entlang der Piste, steht auch ein kleines Krankenhaus vor Ort und ein Rettungshubschrauber bereit um notfalls zu helfen. Und sollte einmal ein Ski oder ein Board alleine seinen Weg ins Tal suchen, so ist der skigebietseigene Suchdienst zuverlässig und überraschend erfolgreich. Auf die Pistenfreigaben und Empfehlungen ist jedoch nicht immer Verlaß. So sind auch gelegentlich Pisten freigegeben, die in anderen Skigebieten wegen Vereisung oder Schneesturm längst gesperrt wären.

Reisetips Les2Alpes

Dieser Beitrag wurde unter Hochschulzeitung ad rem, Reise veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.