Spirale der Existenzangst

Als ihre Ehe scheitert, versucht Josey Aimes (Charlize Theron) in ihrer Heimat im Norden Minnestotas auf eigenen Füßen zu stehen.

Die einzige Möglichkeit in der Trostlosen Gegend genug Geld zu verdienen, um sich und ihre Kinder ordentlich durchzubringen, bietet das Bergwerk. Als größter Arbeitgeber der Region ist die Grube traditionell in Männerhand. Frauen als Kolleginnen sind bei den Kumpeln in der beginnenden Stahlkrise alles andere als beliebt. Mit allen erdenklichen Mitteln versuchen einige, die Konkurrentinnen zum Aufgeben zu bewegen. Als Josey jedoch weder hinschmeißt noch alle Demütigungen wortlos über sich ergehen läßt, sondern sich offen wehrt, stößt sie in der ganzen Stadt auf eine Mauer aus Schweigen, Verleumdungen und Haß.

Regisseurin Niki Caro inszeniert mit „Kaltes Land“ einen bedrückenden Film über die Existenzängste in einer sterbenden Region.

Die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte um die erste Sammelklage wegen sexueller Belästigung zeigt eindrucksvoll, wie ein Gespinst aus Hoffnungslosigkeit und Angst, alles könne noch schlimmer kommen, jeden an die tiefsten Abgründe führen kann. Vor allem Charlize Theron, Frances McDormand, Richard Jenkins und Jeremy Renner hauchen der Geschichte mit ihren eindrucksvoll herausgearbeiteten, facettenreichen Charakteren die einzigartige Atmosphäre ein, die durch die grausig schönen Bilder der vernarbten, eisigen Industrielandschaft Nordminessotas noch unterstrichen wird.

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